EU-Handelsausschuss warnt vor Open-Source?

Na, da waren wohl mal wieder echte Experten am Werk, die im Ausschuss für internationalen Handel beim EU-Parlament in einer Stellungnahme vor Open Source gewarnt haben: EU: Neue Schutzmaßnahmen gegen Piraterie gefordert.

Weitere Maßnahmen zum Schutz des geistigen Eigentums hält der Ausschuss für internationalen Handel beim EU-Parlament für angebracht. Im einer Stellungnahme (PDF-Datei) zur “europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung” wird vor “bislang nicht gekannten Bedrohungen” durch “Open-Source-gestützte Internetportale und –dienstleistungen” gewarnt. Die damit einhergehende Verletzung “geistiger Eigentumsrechte”, “Produktpiraterie” und “unerlaubte Digitalisierung” müsse aufmerksam beobachtet werden.

Politiker sind ja oft etwas überfordert von den vielen neuen Entwicklungen. Das merkt man vor allem, wenn sie von Open Source und der “damit einhergehende Verletzung “geistiger Eigentumsrechte” schreiben. In der Schule würde man damit durchfallen.

Hier nochmal die konkreten Formulierungen:

VORSCHLÄGE
Der Ausschuss für internationalen Handel ersucht den federführenden Ausschuss für Kultur und Bildung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

[...]
H. in der Erwägung, dass die neuen Medientechnologien, darunter auch Open-Source-gestützte Internetportale und -dienstleistungen und deren Entwicklung, mit immer umfangreicheren Inhalten beschickt werden müssen,
I. in der Erwägung, dass diese Entwicklungen bislang nicht gekannte Bedrohungen mit sich bringen, die die Aufmerksamkeit der EU und ihrer Mitgliedstaaten erfordern, was die Verletzung der Rechte an geistigem Eigentum, Produktpiraterie und unerlaubte Digitalisierung betrifft,

Und was ist jetzt eine unerlaubte Digitalisierung?

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Digital Rights, EU, Urheberrecht und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

9 Kommentare

  1. Arne
    Erstellt am 25. Januar 2008 um 17:25 | Permanent-Link

    Open source gefährlich? Ja, für den Profit (von wem wohl…)- sonst nicht!

  2. Thomas
    Erstellt am 25. Januar 2008 um 18:08 | Permanent-Link

    Interessant finde ich auch das:

    Im einer Stellungnahme (PDF-Datei) zur “europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung” wird vor “bislang nicht gekannten Bedrohungen” durch “Open-Source-gestützte Internetportale und –dienstleistungen” gewarnt.

    Was sind denn die bislang “nicht gekannten Bedrohungen”? Oder heißt das etwa “man kennt zwar die Bedrohungen nicht, aber was Open ist muß ja irgendwie eine Bedrohung sein”?

  3. Erstellt am 25. Januar 2008 um 18:45 | Permanent-Link

    Kann es sein, dass die *Inhalte* aus offenen Quellen meinen? I.e., dass hier die Angst vorm Web 2.0 und gar nicht so sehr die Angst vor Open Source *Software* am Werke ist?

  4. Social Revolution
    Erstellt am 25. Januar 2008 um 19:38 | Permanent-Link

    Naja es ist ja auch nichts neues das die EU Institutionen nichts weiter als Handlanger der Großkonzerne sind.

    Statt das man die Europäischen Opensource Firmen unterstützt und fördert wird nur Politik im interesse meist Ausländischer Konzerne gemacht.

    Das ist Hochverrat an Europa und der Demokratie !

  5. erlehmann
    Erstellt am 25. Januar 2008 um 20:58 | Permanent-Link

    Das ist Hochverrat an Europa und der Demokratie !

    Und der Revolution, vergiss das nicht.
    *Seufz*

  6. kostjaXP
    Erstellt am 26. Januar 2008 um 03:18 | Permanent-Link

    das ist ja schon klar, das auf diese linke Art jetzt Stimmung gemacht wird! Man darf die Wirkung einer FUD-Kampagne nicht unterschätzen!

    Wenn da mal nicht einiges schief läuft im Hause Europa!

    MFG kostja

  7. Harkai
    Erstellt am 26. Januar 2008 um 05:26 | Permanent-Link

    Ich denke mit unerlaubte Digitalisierung sind Überwachungskameras gemeint.
    ;)

  8. erlehmann
    Erstellt am 26. Januar 2008 um 08:01 | Permanent-Link

    @8: Schlagwort gehijackt in drei, zwei, eins …

  9. Erstellt am 30. Januar 2008 um 14:31 | Permanent-Link

    Welche deutschen Abgeordneten haben dafür gestimmt?

Ein Trackback

  1. [...] zitiert Netzpolitik ein Schreiben des EU-Handelsausschusses. Da wird mir direkt übel. Aber was solls, sind ja nur Steuergelder mit denen solche “Experten” bezahlt werden. Ich hoffe das darf jemand aus seiner eigenen Tasche bezahlen *abkotzt*via EU-Handelsausschuss warnt vor Open-Source  [...]

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