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Donnerstag, 24. Januar 2008

Bayern will Trojanereinsatz zum Skype-Anhoeren

Der Chaos Computer Club praktiziert wieder Informationsfreiheit und veröffentlicht ein Dokument aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz: Bayern will Trojanereinsatz zum Skype-Anhoeren.

Das Dokument, das offenbar auch anderen Stellen zugegangen ist und bereits Gegenstand von entsprechenden Veroeffentlichungen ist, scheint uns allerdings vollstaendig veroeffentlichungswuerdig. Wir erlauben uns daher, das Dokument hiermit in gaenze der oeffentlichen Diskussion zur Verfuegung zu stellen.

Das Papier ist ganz interessant zum lesen. Es ist derzeit unklar, wer für die Überwachungskosten bezahlen soll: Staatsanwaltschaft oder Polizei. Es gibt weiterhin detaillierte Produktangaben und Kostenaufschlüsselung. Es wird auch angeratem, Proxy-Server auf eigene Kosten anzumieten, um die IP zu verschleiern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass mindestens ein Proxy-Server “in Übersee” sitzt. Ob das wegen der Vorratsdatenspeicherung so sein soll… ?

11 Kommentare

  1. Sabine Klickerklacker am 24.01.2008 um 23:59 (Antworten)

    Als Beamter macht es mich fassungslos, dass solche Verfassungsbrüche für die Verantwortlichen folgenlos bleiben. Eine Tafel Schokolade zu Weihnachten darf man als einfacher Sachbearbeiter wegen der Korruptionsrichtlinien von “Oma Krause” nicht annehmen, aber Politiker, Staatsanwälte und Polizei tanzen dem Rechtsstaat so auf der Nase herum und verletzen Bürgerrechte am laufenden Band. Es ist frustrierend und zum Kotzen. Am besten, man wandert aus, es ist kaum noch auszuhalten.

  2. Markus am 25.01.2008 um 01:58 (Antworten)

    Das Dokument ist auch noch in anderer Hinsicht relevant. Die ganze Umsetzung der Funktionsweise der Software scheint mir irgendwie nicht richtig durchdacht. Hab mich grad mal nen bisschen mit den Infos die man aus dem Dokument ziehen kann auseinander gesetzt und was ausm Ärmel geschüttelt.
    http://blog.markus-pachali.de/2008/01/25/computerwanzen-in-bayern-stehen-kurz-vor-ihrem-einsatz/

    mfg
    Markus

  3. tbo am 25.01.2008 um 08:04 (Antworten)

    Also wen ich das richtig verstehe, wird hier ein Drittanbieter mit der Programmierung eines Trojaners betraut. Das erfüllt doch den Tatbestand der Aufforderung zur Straftat, quasi “Delikt-Outsourcing”. Mal von der Datensicherheit abgesehen…

  4. Markus am 25.01.2008 um 10:54 (Antworten)

    @3: tbo
    Outsourcing ja, aber wo siehst du da “Delikt-Outsourcing”? Meinst du im Bezug auf §202c?
    Datensicherheit: Naja, die Daten werden ja an Server der Polizei/ Staatsanwaltschaft übertragen und nicht erst an Server des Herstellers des Trojaners.

  5. erlehmann am 25.01.2008 um 14:01 (Antworten)

    Ich kann weder mit Evince (Poppler 0.6) noch mit Xpdf das Dokument lesen - es ist immer total verzerrt. Mache ich es falsch ?

  6. floyd am 25.01.2008 um 14:36 (Antworten)

    @5: Bei mir geht es auch mit AdobeReader, Okular und Kpdf nicht. Alles unter Ubuntu…

  7. erlehmann am 25.01.2008 um 16:05 (Antworten)

    Das Dokumente der Piratenpartei [1] geht allerdings mit Poppler.

    [1] http://www.piratenpartei.de/tmp/bt.pdf

  8. Markus am 25.01.2008 um 21:36 (Antworten)

    Das Dokument vom CCC scheint in der Tat beschädigt zu sein. Scheint auch wesentlich größer zu sein als das, das ich habe. Bei dem funktioniert auch die Anzeige ohne Probleme mit kpdf & Co.

    mfg
    Markus

  9. Gefaehrderblog am 26.01.2008 um 08:33 (Antworten)

    Vor allem braucht man gar keinen Trojaner, um an Skype-Gespräche heranzukommen, da Skype selbstverständlich im Ernstfall mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet:

    http://www.usatoday.com/tech/news/computersecurity/2006-02-16-skype-wiretapping_x.htm

  10. johny am 27.01.2008 um 14:49 (Antworten)

    Wer sich so im WWW präsentiert, wie die Firma die die entsprechende Software entwicklen soll, kann nichts produzieren was funktionieren könnte.

    Johny

  11. [...] Oder was ist zu dem Dokument noch zu sagen? [...]

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