Antwort der SPD zu Internetsperrungen

Vor 2,5 Wochen habe ich alle Parteien und ihre Jugendorganisationen zum Thema Internetsperrungen angeschrieben und um die Beantwortung von fünf Fragen gebeten. Nun hat die SPD als zweite Partei nach Bündnis 90/Die Grünen geantwortet. Die Antworten hab ich in den Gesamtartikel eingefügt: Die Positionen der Parteien und Jugendverbände zu Internetsperrungen.

Keinerlei Reaktion gab es bisher von CDU, Junge Union, FDP, Julis, Linkspartei und Linkspartei-Jugend.

Konkret zu den Internetsperrungen beantwortete die SPD:

“Freiheit im Internet ist ein hohes Gut für uns. Es gibt natürlich wie immer Grenzen. Wie überall findet die Freiheit des Users seine Grenzen dort, wo hierdurch Rechte andere betroffen werden. Das betrifft vor allem Datenschutzrechte, Persönlichkeitsrechte aber auch Urheberrechte. Wir sind dafür, das geistige Eigentum, so wie jedes andere Eigentum, geschützt werden muss. Allerdings sehen wir die Entwicklung, so wie sie etwa in Frankreich zurzeit voranschreitet, skeptisch: Eine Behörde zu schaffen, die bei Rechtsverletzungen im Internet Warnhinweise an die Verletzer versendet und bei wiederholten Rechtsverletzungen Sanktionen bis zur Abschaltung des Internet Zugangs verhängt, erscheint nicht zielführend. Sicher muss auf der Basis der bestehenden Rechtsmöglichkeiten eine Lösung für beide Seiten gefunden werden (siehe auch Antwort zu Frage 2). ”

Die Verwendung der Wörter “skeptisch” und “erscheint nicht zielführend” sind vermutlich bewusst gewählt, um sich eine letztendliche Position offen zu halten. Aber tendenziell klingt das auch eher ablehnend.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Digital Rights, Urheberrecht, Zensur und getagged , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

4 Kommentare

  1. John
    Erstellt am 14. Mai 2008 um 16:46 | Permanent-Link

    > “skeptisch” und “erscheint nicht zielführend” [...] um sich
    > eine letztendliche Position offen zu halten

    Das heisst eher: Man kann wie gewohnt problemlos in beide Richtungen umfallen.

  2. markus
    Erstellt am 14. Mai 2008 um 16:56 | Permanent-Link

    So kann man das schreiben.

  3. DieterK
    Erstellt am 14. Mai 2008 um 19:48 | Permanent-Link

    “Wir sind dafür, das geistige Eigentum, so wie jedes andere Eigentum, geschützt werden muss.”

    Das ist genau die (FALSCHE!) Position, die Jack Valenti von der MPPA jahrzehntelang (offenbar nicht nur in Amerika mit Erfolg) vertreten hat.

    “Geistiges Eigentum” ist etwas völlig anderes als “normales” Eigentum – und muss entsprechend anders geschützt werden. Das sollte eine Partei, die den Justizminister stellt, eigentlich wissen!

  4. erlehmann
    Erstellt am 15. Mai 2008 um 00:39 | Permanent-Link

    @3: Justizminister ? Ich sag nur “Brauser” …

Ein Trackback

  1. Von scholarz.blog am 21. Mai 2008 um 08:54

    Blogwelt-Serie: Langersehnte Volksherrschaft auf Blogseiten? Politikblogs…

    Sie ist einfach einer der ältesten Begriffe überhaupt: die Politik. Ihr Ursprung reicht bis zur griechischen Antike und auch die altertümlichen Philosophen Aristoteles und Platon wussten bereits über ihren Mehrwert weise zu diskutieren. Doch was ve…

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.