Prince schlägt einen weiteren Nagel in den Sarg der Offline-Musik

‘The Artist Formerly Known as Prince should know that with behavior like this he will soon be the Artist Formerly Available in Record Stores. And I say that to all the other artists who may be tempted to dally with the Mail on Sunday,’

sagte der Sprecher der Entertainment Retailers Association Paul Quirk,  also sozusagen der Sprecher der britischen vorgefüllt-Datenträger-Verkäufer. Der Künstler, der mal Prince und jetzt so glaube ich auch schon wieder so heißt, lässt es sich gefallen, sein neues Album am 15. Juli als Beilage einer Zeitung, der Mail on Sunday, zu veröffentlichen. Vor ihm haben das auch schon Peter Gabriel, Dolly Parton, Duran Duran, UB40 und Mike Oldfield so gemacht. Der Chef von HMV (die größte britische vorgefüllt-Datenträger-Verkaufs-Kette) meinte, es wäre

absolutly nuts

ein Album einfach so für lau herzugeben. Sony BMG ersparte den Verkäufern in UK die Erniedrigung, dass Album anbieten zu müssen und widerief den am 24 July geplanten Verkauf.

Laut BBC wird Prince in diesem Jahr 21 Konzerte in London spielen.

It is Prince who has made the groundbreaking decision personally to authorise The Mail on Sunday to give away this incredible CD as he believes in giving back his music to all his fans. 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Andreas Pohl, Netzpolitik.org.

8 Kommentare

  1. Erstellt am 1. Juli 2007 um 21:14 | Permanent-Link

    er hat ja schon einen großen schritt gemacht mit seinem music-club wo man für einen pauschal preis im jahr (glaub ich) alle seine sachen runterladen kann. nach seiner schlechten erfahrung mit den plattenfirmen macht er es genau richtig. ich bin fan!

  2. Ali Baykal
    Erstellt am 1. Juli 2007 um 21:40 | Permanent-Link

    Prince kümmert es denk ich nicht wenn er etwas weniger verdient und eine solche Werbung ist nach so vielen Jahren Abstinenz auch nicht schadent. Jedenfalls, Prince hat bekanntlich so einige seiner Werke nicht veröffentlicht, was ja nicht gerade für Profitgier spricht.

  3. ffhdfgh
    Erstellt am 2. Juli 2007 um 07:10 | Permanent-Link

    moment … das ist doch SEINE musik und nicht die irgendwelcher associations. ER ist doch der urheber also darf ER bestimmen, was er mit seinem werk macht. das wird in GB vermutlich genauso sein, wie in D

  4. Wolfgang Hömig-Groß
    Erstellt am 2. Juli 2007 um 09:37 | Permanent-Link

    @ffhdfgh: Diese Denkweise gefällt mir, sie ist so ursprünglich (oder altmodisch?). Ich denke mal, dass gerade solche Fragen in den Verträgen sehr gründlich geregelt sind. Meiner Vermutung nach direkt hinter den Klauseln, in denen der Künstler seine Oma und seine Seele abtritt – unmittelbar über der mit Blut zu leistenden Unterschrift …

  5. Erstellt am 2. Juli 2007 um 10:22 | Permanent-Link

    abstinenz? die letzten zwei jahre gab es zwei super alben von ihm. so wie jedes jahr. bloß die davor wurden nur auf seiner page vertrieben…unter seiner plattenfirma.

  6. third eye
    Erstellt am 2. Juli 2007 um 10:33 | Permanent-Link

    Who the *beep* is Prince? Etwa dieser kleine, klingeldrahtarmige Dreikäsehoch, der mit seinem eunuchalem Gesang einen Frontalangriff auf mein Hörzentrum startet? Den sollte man verhaften! Macht der das nur in England so? Gibt es ein Deutschland VÖ via Bild oder ähnliches?
    Übrigens, daß was er verdient und bekommt sind für mich unterschiedliche Sachen! Und Fan bin ich schonmal garnicht!
    Ich dachte der hätte sich zur Ruhe gesetzt, um den Rest seines kleinen Lebens, ohne Störungen zu koksen. So kann man sich täuschen! Ist das nicht alles irgendwie ein große Täuschung …als ob diese Blogs und weiss der Geier überhaupt ein vernüftiger Mensch ließt;irgendwie werd’ ich den Eindruck nicht los, daß sich das lobgepriesene Web negativ auf die Menschen auswirkt …sprich, nur weiter zur Verblödung mitbeiträgt, nach meinen Berechnungen sind ca.85% betroffen, 5% überlegen immernoch was das *beep* am Anfang des Textes zu bedeuten hat, 5% sind von hause aus Unzurechnungsfähig und die anderen 5% verbessern gerade ihren Alkoholspiegel. Schade um die Energie, die meist verschwendet…

  7. DieterK
    Erstellt am 2. Juli 2007 um 17:26 | Permanent-Link

    Warum das ein “Sargnagel für Offline-Musik” sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn sich Aktionen, bei denen die Kunden Musik gratis erhalten, überhaupt negativ auswirken (was ich bezweifle), dann doch auch auf den Verkauf von Downloads.

    Prince hat jahrelang versucht, seine Musik (nur) über seine Webseite zu verkaufen. Wenn dies funktionieren würde, hätte er bei diesem und dem vorherigen Album kaum die Dienste von Sony BMY benötigt.

    Da Prince alle Rechte an dem Album gehören, muss er es sich nicht “gefallen lassen”, dass die CD verschenkt wird. Es war seine eigene Entscheidung – und hat ihm ungefähr 500.000 Pfund eingebracht. (In Amerika hat er schon vor Jahren ein Album an Konzertkartenkäufer verschenkt)

    Mike Oldfield war dagegen empört, als die EMI Tubular Bells vor ein paar Wochen als Zeitungsbeilage verschenkt hat. Er bekommt nur ein paar Cent pro Exemplar und kann sich nicht gegen die Veröffentlichungspolitik wehren. (Welche CD hat Peter Gabriel verschenkt?)

  8. kalli
    Erstellt am 19. Juli 2007 um 16:55 | Permanent-Link

    das ist wiedermal ein meilenstein seiner musik absulut,ich war bei seiner slave phase dabei,begleite ihn schon seit 1984 nichts kann mich von seiner genialität abbringen.

5 Trackbacks

  1. Von testblog » links for 2007-07-02 am 2. Juli 2007 um 02:26

    [...] netzpolitik.org: » Prince schlägt einen weiteren Nagel in den Sarg der Offline-Musik » Aktuelle Berichterstattung rund um die politischen Themen der Informationsgesellschaft. (tags: musicbusiness) [...]

  2. Von Podcast #1 » Beitrag » ZweiPunkNull am 14. Juli 2007 um 15:01

    [...] Prince verschenkt Album [...]

  3. [...] Prince schlägt einen weiteren Nagel in den Sarg der Offline-Musik Artikel aus: netzpolitik.org [...]

  4. [...] Letztens habe ich noch Prince für den kreativen Umgang mit der Vermarktung seiner Musik gelobt und jetzt das. Er lies verlautbaren, dass er Youtube, Ebay und The PirateBay verklagen möchte. Youtube, weil sie Pornographie sperren können aber nicht Clips mit ihm. Ebay, weil dort Produktpiraten Zeug mit seinem Logo verkaufen und The Pirate Bay, na ihr wisst schon wieso. Die Begründungen sind zwar alle nachvollziehbar, trotzdem überrascht dieser Zug ob seiner Breite. Was steckt dahinter? War es das Treffen mit Sir Elton John, der das Internet für fünf Jahre schließen möchte? Oder haben ihn seine Web Sheriffs diesen Floh ins Ohr gesetzt, um durch die Publicity andere Künstler als Kunden zu gewinnen? Oder ist es sein Ego, das ihm befielt, die totale Kontrolle über seine Schöpfungen und sein Symbol auszuüben?  Die Nachrichten lesen sich zumindest so, als habe er sich bereits um Löschungen bemüht. Proaktive Maßnahmen der Plattformen konnten aber nicht erreicht werden. Bin gespannt, wie das ausgeht. von Andreas Pohl um 10:46 | abgelegt in General | | Trackback URL | Permalink URL | Comment feed URL | Incoming links | del.icio.us | Digg it | Furl | [...]

  5. [...] Prince verschenkt Album [...]

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