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Dienstag, 13. Februar 2007

Die Politik von 24

Im NewYorker findet sich ein Artikel zur TV-Serie 24: Whatever it takes - The politics of the man behind “24.”

For all its fictional liberties, “24” depicts the fight against Islamist extremism much as the Bush Administration has defined it: as an all-consuming struggle for America’s survival that demands the toughest of tactics. Not long after September 11th, Vice-President Dick Cheney alluded vaguely to the fact that America must begin working through the “dark side” in countering terrorism. On “24,” the dark side is on full view. Surnow, who has jokingly called himself a “right-wing nut job,” shares his show’s hard-line perspective. Speaking of torture, he said, “Isn’t it obvious that if there was a nuke in New York City that was about to blow—or any other city in this country—that, even if you were going to go to jail, it would be the right thing to do?”

Ich finde die Serie sehr spannend. Andererseits ist es schon zu offensichtlich, dass mit der Handlung auch Politik betrieben wird, die nicht in meinem Interesse ist. Mit entsprechender Medienkompetenz kann man schon Fiktion und Realität auseinanderhalten. Aber wieviele der Zuschauer können das noch?

7 Kommentare

  1. Julian am 13.02.2007 um 13:56 (Antworten)

    Was mir letztens zum ersten mal krass aufgefallen ist, ist die selbstverständlichkeit mit der dort gefoltert wird. Und bei aller Medienkompetenz die ich zu haben glaube, da findet auch bei mir eine Abstumpfung statt. In Staffel 1 oder 2 dachte ich noch “wow, der foltert”, inzwischen macht er das mit viel krasseren mitteln und ich denke mir “komm, gib’s schon zu!” Von daher finde ich fängt 24 an tatsächlich gefährlich zu werden…

  2. Bo am 13.02.2007 um 15:39 (Antworten)

    Kenne bisher nur die ersten beiden Staffeln, aber das ist mir schon in der zweiten Staffel aufgefallen.

    Als (hoffentlich) medienkompetenter Bürger kann ich da zwar recht locker drüber hinwegsehen (nachdem ich mich drüber geärgert habe), allerdings finde ich es schlimm, dass man mit TV-Serien mehr oder weniger unterbewusst Meinungen zu steuern scheint.

  3. Janko am 13.02.2007 um 19:08 (Antworten)

    Bei 24 wird das aber alles immerhin noch als Teil des Konflikts thematisiert, mit dem die Hautpersonen so zu kämpfen haben. Wie etwa in der letzen Folge: Folter führt zur Eskalation, und am Ende

    (vorsicht, Spoiler :)

    killst du beinahe deinen Bruder.

    Penetranter find ich Politik in Shows wie CSI Miami. Da wird das alles so eher als Grundkonsens inszeniert. USA gut, Kuba böse, finaler Todesschuss notwendig - und zwar ohne jede Widerrede oder jeden Gewissenskonflikt.

  4. markus am 13.02.2007 um 19:15 (Antworten)

    In der sechsten Staffel werden die Gegensätze Freiheit vs. Sicherheit etwas intelligenter dargestellt als vorher, wie mir aufgefallen ist. Allerdings gibt es jetzt eigentlich in (fast) jeder Staffel Folter.

    CSI und dergleichen kenne ich aber nicht als Vergleich.

  5. marcus am 13.02.2007 um 19:41 (Antworten)

    ich frage mich ob schaeuble und beckstein auch “24″ sehen und mit jack bauer mitfiebern «kill them jack! kill the motherfucking terrorists! - your are my hero» - vielleicht machen die beiden mittwochs abend sogar ‘n gemuehtlichen popcorn abend und besprechen, wie das gezeigte in der BRD durchsetzbar ist.

    hat schaeuble aus dieser serie vermutlich die idee mit dem bundestrojaner? wird ja in dieser serie regelmaessig darauf hingewiesen das Chloe O’Brian durch ein sog. “subnet” immer und ueberall in jeden rechner kommt. naja vielleicht suchen die beiden moechtegern politiker mittlerweile nach einer “deutschen” version der Chloe O’Brian.

    ich sehe da weniger den normal buerger fuer gefaehrdet als mehr diese beiden “politiker”. man weiss es nicht…

    ich persoenloch finde es recht unterhaltsam. koennte das mal jemand der von_der_Leyen als familienserie empfehlen? …

  6. [...] 24 ist eine Serie, die das Interesse und die Vorgehensweise amerikanischer, rechter Neokonservativer propagiert. Der Staat darf im Namen der nationalen Sicherheit alles machen: überwachen, töten, foltern. Jeder Bürger ist ein potentieller Terrorist und wird auch so behandelt. Und weil es eine Fernseh-Serie ist, sind die “Bösen” auch immer die Bösen und die “Guten” immer die Guten. Im realen Leben ist das nicht so einfach. Und trotzdem verstrahlt diese Serie einen Realismus, der angesichts der sie einholenden Realität weiter zunimmt. Es ist wahrscheinlich, dass sie dem einen oder anderen Hardliner als Vorlage dient und so manch unkritischer Zuschauer wird möglicherweise dahingehend beeinflusst, dass er die dortige Politik als normal zu akzeptieren beginnt. Mit entsprechender Medienkompetenz kann man schon Fiktion und Realität auseinanderhalten. Aber wieviele der Zuschauer können das noch? [...]

  7. Omar am 28.02.2007 um 23:44 (Antworten)

    Ich finde die Serie auch sehr spannend und versuche sie auf dem Stand in den USA zu verfolgen. Ich teile aber die Besorgnis über die Methodik, die dort offensichtlich gefördert wird, wobei ich doch glaube, dass die Serie inzwischen recht erfolgreich die mehrschichtigen Entscheidungen durchleuchtet - auch wenn einiges so schnell passiert, dass man gar nicht dazu kommt, einem Toten oder gefolterten nachzutrauern..

    Gleichzeitig glaube ich, dass wer auch immer seine Politik oder Moral aus einer Fernsehserie abzuleiten versucht ganz schön daneben liegen muss..

    Eine interessante Frage ist nur, ob Herr Schünemann als populärster Befürworter des Killerspiele-Verbots auch konsequent gegen die Ausstrahlung (oder gar Verfilmung) dieser Serie wäre.. Ich zweifle leider daran!

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