Zum Wort des Jahres hat es der Bundestrojaner leider nicht geschafft. Hier setzte sich die „Klimakatastrophe“ bei der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) durch. Herdprämie, Lustreisen, Raucherkneipe und Dopingbeichte waren auch noch besser bewertet. Aber auf PLatz 8, direkt nach dem „Second Life“ findet sich dann endlich der Bundestrojaner. Das berichtet die Taz: Langweiliger Sieger.
Platz acht hält der „Bundestrojaner“ – eine weitere interessante Wortschöpfung, für mich hätte dieses Wort sogar Rang eins verdient. Die Ermittler nennen ihre Schnüffelsoftware übrigens „Remote Forensic Software“ (RFS). Wenn „Bundestrojaner“ da kein Gewinn ist. Und im Gegensatz zum wertneutralen Begriff „Online-Durchsuchung“, den die Bundesregierung bevorzugt, hat „Bundestrojaner“ eine eindeutig negative Konnotation, schließlich bezeichnet Trojaner den Krempel, den Virenschutzprogramme für gewöhnlich von der Festplatte halten. Und wir denken ans „Trojanische Pferd“. Ein klassisches Beispiel dafür, wie man mit einem Begriff die öffentliche Meinung steuern kann – was der „Herdprämie“ nicht ganz so erfolgreich gelang.