Aus Koch wird Rudi Dutschke

Das ist zwar vollkommen offtopic, aber ein netter Spass-Hack: Die Kochstrasse in Berlin, welche neben der TAZ auch den Axel Springer Verlag beherbergt, kann jetzt in “Rudi-Dutschke-Strasse” umgenannt werden. Sofern die anhängenden Klagen keinen Erfolg haben. Die CDU ist auf jeden Fall mit ihrem Bürgerbegehren dagegen gescheitert. Bei Telepolis gibt es eine Zusammenfassung: Ihre Straße könnte die nächste sein!

Der Antrag auf eine Umbenennung eines Teils der Berliner Kochstraße hatte ursprünglich durchaus seinen Reiz. Schließlich soll die Rudi-Dutschke-Straße künftig an dem Axel-Springer-Hochhaus vorbeiführen, vor dem der Namensgeber als Aktivist des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes einst demonstriert hat. Und wenn der Springer-Konzern eine Straße vor der eigenen Haustür nach seinem Gründer benennen konnte, warum sollte es der taz nicht gelingen, die nahe Kochstraße, in der sie ihre Redaktionsräume hat, Dutschke zu widmen?

Dass das Vorhaben zur Provinzposse verkam, lag maßgeblich an der CDU. Ihr Antrag gegen die Umbenennung, der mit der amtlichen Abstimmungsbenachrichtigung an alle Wahlberechtigten versandt wurde, hätte auch aus der Feder eines Satiremagazins stammen können.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Aus der Reihe, Deutschland und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

3 Kommentare

  1. Erstellt am 22. Januar 2007 um 18:01 | Permanent-Link

    Na ja,

    angesichts der Tatsache, dass in den meisten Städten Straßen nach irgendwelchen (meist männlichen) katholischen Würdenträgern benannt werden (weil dort die Konservativen in der Mehrheit sind), ist es doch nur konsequent, dass in einem links bzw grün regierten Stadtbezirk eine Straße auch mal nach einem linken Denker benannt wird.

    Das ist kein Hack, das ist Demokratie.

    Dass die Splitterpartei CDU ein Bürgerbegehren dagegen anstrengte, ist eine nette Anekdote. Vielleicht kann das auch Mut machen für eine höhere Akzeptanz direktdemokratischer Instrumente bei den Volksparteien. Ich glaub’s aber eher nicht.

  2. Erstellt am 22. Januar 2007 um 18:25 | Permanent-Link

    Sorry,

    weibliche katholische Würdenträger gibt’s natürlich keine.

    Wollte damit nur die Einseitigkeit der Straßenbenennung in vielen Städten klar machen, hab mal im Rheinland gewohnt.

    :)

  3. Erstellt am 23. Januar 2007 um 14:49 | Permanent-Link

    Es ist ja wohl nicht wahr… die CDU begründet die Aktion die Unsinnigkeit der Umbenennung mit den enstehenden Kosten(für Berlin ca 180 Euro + Kosten für die Adressenänderung bei Privatpersonen und Firmen )
    Nun ja Berlin ist pleite und wir müssen Sparen sehr löblich von der CDU ………ABER
    Der Bürgerentscheid den die CDU anstrebte kostete Berlin 200000 Euro.
    Unfassbar

Ein Trackback

  1. Von RegionalTrend am 23. Januar 2007 um 15:03

    Bürgerentscheid: Kochstraße soll Rudi-Dutschke-Straße werden…

    Die 68er kommen zurück – so scheint es. Einige RAF-Aktivisten sollen bald ihre Freiheit wieder bekommen. Auch Rudi Dutschke ist zurück auf der Straße.
    Beim Bürgerentscheid zur Umbenennung des östlichen Teils der Berliner Kochstraße in Rudi-Dutschke-…

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