Web 2.0: Von wegen Glanz und Ruhm?
von markus um 10:59 am Mittwoch, 6. September 2006
Geert Lovink kritisiert in der Jungle World den “Web 2.0″-Hype und bietet mit dem Text selbst genug Angriffsfläche für seine Thesen: Zugriff verweigert - Web 2.0: Von wegen Glanz und Ruhm.
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Kommentare
5 Kommentare zu “Web 2.0: Von wegen Glanz und Ruhm?”
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Sep 6th, 2006 @ 13:49
irgendwie fällt es mir schwer in dem zusammengestöpsel von zitaten überhaupt eine these zu finden. “cc und opensource nicht unkritisch unterstützen” weil nicht die autoren daran verdienen, sondern google und die telekomkonzerne? abgesehen mal davon, dass man cc und opensource ja auch kritisch unterstützen kann, kann ich in dem text keine alternative finden.
am bescheuertsten ist irgendwie der satz: “Wäre es nicht Zeit, das gemeinsame Programm mit den Libertären aufzukündigen, zum Exodus aufzurufen und die Libertären mit ihrem doppelbödigen Programm zu konfrontieren?”
so tun als wäre es nicht intern viel diskutierte tatsache, dass umsonstkultur und kapitalinteressen gerne kollidieren und mit einem revolutionär schwärmerischen exodus ins nichts drohen.
was würde - angenommen mal der text wäre wirklich neu - lovink daraus machen, dass myspace sich ja tatsächlich mehr als amortisiert hat, und das auch noch durch google? vermutlich nix, weil es, wie so viele sätze in dem text ja wirklich keine these unterstützen soll, sondern eher so ein allgemeines befindlichkeitsrauschen unterstützt.
Sep 6th, 2006 @ 17:24
@markus: welche angriffsflächen denn?
Sep 6th, 2006 @ 22:16
[...] Netzpolitik.org verweist auf einen kritischen Web2.0-Artikel von Geert Lovink, erschienen in der Jungle World, mit Kommentar von Debug-Bleed. Danke auch an Sork für den Tipp. [...]
Sep 6th, 2006 @ 23:25
@ Jagila: Bleed hat ja schon einen kurzen Überblick gegeben.
Manches liegt wahrscheinlich auch an der schlechten Übersetzung, z.B.:
“Noch visionärer ist die Liste der »Zehn Dinge, die umsonst (free) sein werden« des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales.”
In der Rede ging es nicht um umsonst, sondern um frei. Abgesehen davon ist die anschliessende Liste auch falsch wieder gegeben. Z.B. meinte Wales keine Fernsehprogramme, sondern Programminformationen,die frei sein sollten.
Mir wir din dem Text nicht ganz klar, was Lovink eigentlich will.Er will die Prekären retten und kritisiert mangelnde Geschäftsmodelle für diese. Und gleichzeitig kritisiert er aber auch die ganzen Amateure. Und springt dann wieder hin und her und ich finde die Linie einfach nicht. Das kritisieren ist ja einfach für einen Medientheoretiker, aber wo bleiben die Antworten auf die selbst gestellten Fragen?
Sep 7th, 2006 @ 0:31
@markus: Ja, hast recht, das ist wirklich viel gebrabbel ohne wirklichen Inhalt. Das Ganze hätte man auch in 10 Sätzen zusammenfassen können. Insofern bietet er aber kaum Angriffsfläche, weil er wenig “sagt” ;-) Das einzige ist wohl wirklich, dass es im Kapitalismus schwierig/unmöglich ist, eine Umsonstkultur zu etablieren (Es sei denn, man heisst wikipedia und hat einen Mentor und genug Spenden, aber wieviele solche sites können die User finanzieren? Und nein, werbefinanzierte Sites sind nicht wirklich frei/umsonst, genausowenig wie Pro7 das ist)
Da sehe ich in der Tat einen Mangel an Reflexion in eigentlich allen Communities (opensource, blogging, freifunk, whatever), aber leider führt er das nicht sehr aus (zu ende denken / systemfrage stellen o.s.ä.), sondern verliert sich wirklich in dem Sumpf von hin und her.