Was speichern die Mautbrücken?

Die Diskussion um die “Mautfahndung” ist ja im vollem Gange. Ich fands bisher mühseelig, bei jedem neuen Begehren eines konservativen Sicherheitsfanatikers darüber zu bloggen. Aber hier sind mal ein paar interessante News: LKW-Maut: Von der Maut- zur Fahndungstechnik.

Alle Mautbrücken registrieren damit nach Aussage von Toll Collect jederzeit den LKW-Verkehr und speichern dabei

1. das Bild des Fahrzeugs,
2. den Namen der Person, die das Motorfahrzeug führt (wenn in der OBU eingegeben),
3. den Ort und die Zeit der mautpflichtigen Bundesautobahnbenutzung,
4. das Kennzeichen des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination sowie
5. die für die Mauthöhe maßgeblichen Merkmale des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination.

Doch nur ein Bruchteil dieser Brücken überträgt im “Beweismittelmodus” ihre Daten online in das Kontrollzentrum von Toll Collect, wo alle Daten maximal 72 Stunden gespeichert sein dürfen, ehe sie zur Abrechnung weitergereicht werden (wo die Daten zwei Monate lagern dürfen). Die übrigen Brücken speichern ihre LKW-Daten (die PKW-Daten werden noch im Prozess der Datenaufnahme gelöscht) auf der Festplatte der Mautkontrollbrücke, wo sie nach 24 Stunden überschrieben werden. Ein polizeiliches Fahndungssystem, das diese Mautdaten nutzen will, muss also sicherstellen, dass alle Daten vor dem Überschreiben von den Festplatten gesichert werden.

Dazu passt auch der Artikel “LKW-Maut: Fahndung kontra informationelle Selbstbestimmung“, wo einige kritische Meinungen zusammengestellt wurden.

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3 Kommentare

  1. kobalt
    Erstellt am 7. August 2006 um 17:02 | Permanent-Link

    ich glaube, Captain Kirk war es, der gesagt hat: “Die Kette ist mit dem ersten Glied geschmiedet.”

    wenn die überwachung konsequent sein soll, werden die überwachenden alles das tun, was “man” zuläßt. natürlich mit den besten absichten. sie nutzen dabei aus, daß menschen, die von angst getrieben werden, alles mit sich machen lassen. man denke an das interview mit Mr. Marilyn Manson “Bowling for Columbine.”

    “man” kann sich gegen die datensammelwut nicht wehren. vielleicht kann “man” dafür sorgen, daß die erfaßten daten nutzlos sind.

  2. Erstellt am 8. August 2006 um 12:21 | Permanent-Link

    Eine Erweiterung der Sicherheit ist gleichzeitig eine einschränkung der Freiheit. Das eine was “man” will, das andere was “man” muss!
    Wie weit Deutschland wohl gehen wird…

  3. Ulf-Ingo Krohn
    Erstellt am 21. August 2007 um 18:00 | Permanent-Link

    Welche Messungen werden außer der Maut-Überwachung noch vorgenommen? Ich habe mit entsprechenden Meßgeräten u.a.gepulste Laserstrahlungen, wie sie auch für Geschwindigkeitsmeß-Laser vewrwendet werden, sowie Mikrowellen-Abstrahlungen festgestellt. Wer kann Auskunft geben?

    Danke!!

Ein Trackback

  1. [...] Was speichern die Mautbrücken? Eine ganze Menge. [...]

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