Microsoft bestätigt Blogger-Zensur in China

Über die Anschuldigungen, dass Microsoft den chinesischen Blogger Zhao Jing, aka Michael Anti zensiert haben soll, hatte ich schon am Dienstag berichtet. Jetzt bestätigte Microsoft den Fall, wie aus einem Artikel der “Information Week” hervorgeht:

Microsoft said in a statement that the decision to unplug Zhao was inline with its practice of “ensuring that products and services comply with global and local laws, norms, and industry practices.”

“Most countries have laws and practices that require companies providing online services to make the Internet safe for local users,” the company said. “Occasionally, as in China, local laws and practices require consideration of unique elements.”

Während sich in den USA immer mehr Massenmedien des Themas annehmen (z.B. Forbes), passiert in Deutschland leider nicht viel. Lediglich bei der Netzeitung habe ich bisher etwas darüber gelesen. Schade eigentlich. Das war vor einiger Zeit beim ersten Yahoo-Fall noch ganz anders.

Update:

Am heutigen Freitag berichten nun auch andere Medien in Deutschland darüber:

Spiegel: MSN zensierte chinesischen Blogger
Heise: MSN nimmt chinesisches Weblog vom Netz

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Menschenrechte, Zensur und getagged , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentare sind geschlossen, aber Sie können ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

2 Kommentare

  1. Erstellt am 7. Januar 2006 um 13:48 | Permanent-Link

    Stowe Boyd fordert deswegen einen Microsoft Boykott.

  2. Erstellt am 7. Januar 2006 um 18:49 | Permanent-Link

    Was heisst eigentlich “make the Internet safe for local users”? Hat der Blogger Zhao Jing Kinderpornografie verbreitet oder berechtigte und wichtige Kritik an der Regierung geäussert? Die Argumentation von Microsoft leuchtet wenig.

2 Trackbacks

  1. Von [digital:meditation] am 6. Januar 2006 um 08:58

    Proprietärer Player für proprietäre Musik

    Aus der Rubrik “was-uns-gerade-noch-gefehlt-hat”: Microsofts kommender “Windows Media Player”, die Software, wegen derer Bündelung mit dem Windows-Betriebssystem die Firma in Europa einige Prügel bezogen hat und die wohl eines…

  2. Von 37sechsBlog am 6. Januar 2006 um 16:20

    Der Betriebsrat, die FDP und Microsoft

    Dass Betriebsräte und die FDP eine besondere Beziehung unterhalten, ist bekannt. Irgendwie liegen die politischen Vorstellungen zu weit auseinander. Ganz anders das Verhältnis der FDP zu Microsoft. Da findet heute das Drei-Königs-Treffen der Liberalen…

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