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Montag, 4. Dezember 2006

Lokale Färbungen Zensur der chinesischen Wikipedia

Die Wikipedia wird von China aus mal blockiert, und mal nicht. Das ist man gewöhnt, das macht kaum Schlagzeilen. Der eigentliche Kampf um die Inhalte wird vermutlich auch von den Netz-Zensoren geführt, die in China teils undercover, auf jeden Fall aber zahlreich unterwegs sind. Beim Linuxinsider.com liest man über das Beispiel von Mao Zhedong (Mao Tse-tung, 毛泽东/毛澤東):

Indeed, in its present form, the Chinese Wikipedia introduction to Mao could hardly be more anodyne: “One of the main founders and leaders of the Communist Party of China, the People’s Liberation Army and the People’s Republic of China,” it reads. “He introduced a series of political movements such as the Great Leap Forward and the Cultural Revolution. He had a great influence over 20th-century China and the world.”

On the evidence of entries like this, for the moment, the fight over editorial direction of Wikipedia in Chinese is being won by enthusiasts who practice self-censorship.

Auch das verwundert nicht. Zensur funktioniert nicht gut, wenn sie alleine von einer Instanz geführt und betrieben wird. Wenn allzu heikle Themen immerzu vermieden werden (hier z.B. von den gemeinen Leuten auf der Straße, den Intellektuellen, Ausländern, Touristen, …) dann funktioniert sie am besten und am schärfsten. Soziale Kontrolle wirkt wie eine Schere in den Köpfen. Man einigt sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner, der möglichst Implikationen vermeidet.

Die üblichen heißen und gemiedenen Themen sind natürlich Erstbesiedlung und heutiger Status von Taiwan (das selbstredend ein eigenständiger, souveräner Staat ist, außer in den Augen der chinesischen Regierung), das Tiananmen-Massaker von 1989, und anderes. Erstaunlich auch, dass die Inhalte der chinesischen Wikipedia vor allem von Überseechinesen erstellt werden. Dazu Jimbo Wales:

said that divergence was not unique to China; English- and French-language entries on the same topics in some cases began quite differently but over time became similar the broader the access. He expects the same phenomenon to affect Chinese entries.

Dann kann die Zukunft ja besser werden. Immerhin steht nach wie vor fest, dass Taiwan die technologische Führung übernommen hat. Schließlich ist es Republik, seit zwei Jahrzehnten demokratisch und respektiert die Menschenrechte.

[via]

2 Kommentare

  1. albert am 04.12.2006 um 15:30 (Antworten)

    ja, ich glaub, zensur allgemein wird ein großes thema werden bezogen auf die zukunft des internets. ich glaube, dass zensur nicht nur auf regime begrenzt thematisiert werden.

  2. cra am 06.12.2006 um 11:24 (Antworten)

    Bei virtual-china.org gibts noch ein Zitat eines längeren Kommentars, auch über das Verhältnis der Zensuren von China und dem Iran.

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