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Mittwoch, 7. Juni 2006

Kennzeichnungspflicht für DRM

In Grossbritanien ist die parlamentarische “All Party Internet Group” mit Interessanten Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, wie man mit DRM umgehen sollte (PDF). Eine ihrer Kernforderungen ist die Kennzeichnungspflicht für DRM-Erzeugnisse. Eine sehr sinnvolle verbraucherpolitische Forderung, die für mehr Transparenz sorgen kann.

Key points of the report:

* A recommendation that the Office of Fair Trading (OFT) bring forward appropriate labelling regulations so that it will become crystal clear to consumers what they will and will not be able to do with digital content that they purchase.
* A recommendation that OFCOM publish guidance to make it clear that companies distributing Technical Protection Measures systems in the UK would, if they have features such as those in Sony-BMG’s MediaMax and XCP systems, run a significant risk of being prosecuted for criminal actions.
* A recommendation that the Department of Trade and Industry investigate the single-market issues that were raised during the Inquiry, with a view to addressing the issue at the European level.
* A recommendation that the government do not legislate to make DRM systems mandatory.
* A recommendation that the Department for Culture, Media and Sport review the level of funding for pilot projects that address access to eBooks by those with visual disabilities and that action is taken if they are failing to achieve positive results.
* A recommendation that the Department of Trade and Industry revisit the results of their review into their moribund “IP Advisory Committee” and reconstitute it as several more focused forums. One of these should be a “UK Stakeholders Group” to be chaired by the British Library.
* A recommendation that the Government consider granting a much wider-ranging exemption to the anti-circumvention measures in the 1988 Copyright, Designs and Patents Act for genuine academic research.
* A recommendation that having taken advice from the Legal Deposit Advisory Panel, the Department for Culture, Media and Sport hold a formal public consultation, not only on the technical details, but also on the general principles that have been established.

Ich weiss ja, es ist total naiv, sich einen solchen Forderungskatalog oder generell das notwendige Bewusstsein von unserem Unterausschuss Neue Medien im Bundestag zu wünschen. Und unser Bauernminister Seehofer geht sicher früher in Rente als dass er mal die verbraucherpolitische Relevanz des Themas erkennt. Schade eigentlich. Aber ich lasse mich gerne auch vom Gegenteil überzeugen.

Auf jeden Fall sei hier nochmal der Report als PDF verlinkt.

Die BBC berichtete über die Initiative: MPs in digital downloads warning. Und ansonsten sei hier noch auf einen Bericht der Open Rights Group verwiesen: Launch of the APIG report on DRM.

5 Kommentare

  1. Thomas am 07.06.2006 um 11:45 (Antworten)

    Okay, wenn ich ehrlich bin hege ich nicht die Erwartung, dass Herr Seehofer sowas wirklich auch nur versucht durchzusetzen. Aber wenn die Musikindustrie ihr DRM wirklich durchsetzen will, dann fände ich es schon verbraucherfreundlich wenn man darauf hingewiesen wird, dass man sowas mitkauft… damit man dann gegebenenfalls die Scheiben eines verbraucherfreundlicheren Labels auswählen kann ;)

  2. markus am 07.06.2006 um 11:48 (Antworten)

    Ich erinnere mich noch, wie schwierig es für das "alte" Verbraucherschutzministerium war, eine Kennzeichnungspflicht für CD-Kopierschutz durchzusetzen. Und die waren in (digitalen) Verbraucherfragen sehr motiviert, wenngleich auch personell ziemlich unterbesetzt.

  3. ninjaturkey am 07.06.2006 um 14:49 (Antworten)

    He, über 90% der Bundesbürger wollen eine Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen. Und - nix ist. Da werden ein paar standhafte DRM-Gegner gar nicht erst wahrgenommen.

  4. [...] In Grossbritanien ist die parlamentarische “All Party Internet Group” mit interessanten Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, wie man mit DRM umgehen sollte. Eine ihrer Kernforderungen ist die Kennzeichnungspflicht für DRM-Erzeugnisse. Eine sehr sinnvolle verbraucherpolitische Forderung, die für mehr Transparenz sorgen kann. [...]

  5. [...] In Grossbritanien ist die parlamentarische “All Party Internet Group” mit interessanten Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, wie man mit DRM umgehen sollte. Eine ihrer Kernforderungen ist die Kennzeichnungspflicht für DRM-Erzeugnisse. Eine sehr sinnvolle verbraucherpolitische Forderung, die für mehr Transparenz sorgen kann. Letzteres fordert in Deutschland ausser uns leider niemand. Wir sind neidisch und wollen auch eine “All Party Internet Group”. [...]

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