iCommons Summit Part 3

Nach all dem anstrengenden Mitbloggen am Morgen gibt es jetzt mal etwas atmosphärisches aus Rio. Das Fussballspiel gestern war leicht beeindruckend. Erstmal leerte sich der Strand ziemlich schnell, als es immer näher an 16 Uhr heranrückte, dem Zeitpunkt, als das Spiel begann. Hatt schon was von einer gespenstigen Atmosphäre, als wir kurz vor 16 Uhr ins Taxi sprangen, um mit einigen Brasilianern in irgendeine Uni zu fahren. Dort gabs das Spiel dann mit ca. 150 brasilianischen Studenten in einer Art Cafe, wobei es eher den Charme einer grösseren Hütte im Wald hatte. Wir wurden erstmal etwas dumm angeschaut, als wir über das Tor der Japaner lachten. Das war aber auch eine komische Situation – man kommt extra nach Brasilien, schaut sich ein Spiel gegen Japan an, alle erzählen einem, wie toll Brasilien Fussball spielt und dann kommen die Japaner und schiessen das erste Tor. Später gabs dann noch ein paar Tore für Brasilien, was immer durch genug Feuerwerkskörper begleitet wurde, vielleicht waren auch Schüsse darunter. Auf jeden Fall ein grosser Krach. Zum Glück haben die auch gewonnen, sonst wäre die allgemeine Stimmung kaputt gewesen. Lustig war auch, bei Toren immer von irgendwelchen wildfremden Brasilianerinnen stürmisch umarmt zu werden, scheint hier wohl dazu zu gehören. Sicherheitshalber bin ich aber mal vergleichbar früh schlafen gegangen, sonst hätte ich nach all dem Alkohol dabei heute einen Hang-Over gehabt.

Hier gibts übrigens kein Mate-Tee, wie ich dachte, sondern das Getränk der Wahl heisst Guarana und enthält genau Guarana. Kann ich auch mit leben und schmeckt auch gut. Selbst im Hotel haben sie es, wenngleich ich nochnicht die korrekte Aussprache drauf hab und es immer etwas dauert, bis die Kellner meinen Wunsch verstehen. Ohne würde ich aber vermutlich längst nicht so fit sein. Das Internet ist in gewohnter Kongressstimmung – mal funktioniert das WLAN und dann mal wieder nicht. Ich versuche schon seit einiger Zeit, ein 12MB grosses Interview mit Joi Ito hochzuladen, aber das ist wohl hoffnungslos. Dafür gibts ein kurzes Interview mit Lawrence Lessig (5MB / MP3). Nebenbei blogge und podcaste ich noch für die iSummit Konferenzseite.

Ansonsten sind fehlende Steckdosen ein grosses Problem. Ich verpasse gerade eine interessante DIskussion, weil in dem grösserem Raum ganze vier Steckdosen sind und natürlich alle belegt. Jetzt muss ich halt mal aufladen und verbringe etwas Zeit im Flur. Ein grosses Pluspunkt des iSummits ist sicherlich die Frauenquote. Im Gegensatz zu den üblichen Konferenzen und Veranstaltungen in Deutschland gibt es hier nämlich mehr Frauen als Männer, was meiner Meinung nach die Gespräche in den Pausen auch interessanter macht. (Und die Frauen sind nicht als Freundin ihrer Freunde mitgeschleift worden) Mit dem Alter dürfte ich auch gut im Durchschnitt liegen, weit mehr als die Hälfte der Anwesenden ist zwischen 22 – 35. Insgesamt also alles sehr entspannt, nur von der Sonne und dem Strand hab ich hier in den Kellerräumen des Hotels heute nichts mitbekommen und das wird sich vermutlich bis Montag auch nicht ändern. Aber was solls, insgesamt ist das einer der interessantesten Kongresse, die ich je besucht habe.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, creative commons, Digitalkultur, Events, Freie Software, Musik im Netz, Podcast, Urheberrecht und getagged , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

2 Kommentare

  1. Erstellt am 23. Juni 2006 um 23:47 | Permanent-Link

    Hmm
    Man muss ja ganz schön viel reisen.

    Wer bezahlt das eigentlich?

    Gruss
    Gunnar

  2. markus
    Erstellt am 23. Juni 2006 um 23:50 | Permanent-Link

    In diesem Fall hab ich mich um ein Stipendium beworben, und eine Zusage bekommen, was von Creative Commons bezahlt wird. Darin sind vier Hotelnächte und Flugkosten enthalten. Zwei weitere Nächte zahlt das Open Society Institute, damit ich an demOpen Publishing in a Box -Workshop teilnehme und mein Wissen einbringe. Den Rest zahle ich aus eigener Tasche, inkl. Arbeitsausfälle.

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