Gegen Online-Repressalien: Kampagne von Amnesty International

Die britische Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zusammen mit der britischen Tageszeitung The Observer und der OpenNet-Initiative eine Kampagne gegen Internet-Zensur gestartet: Irrepressible.info will demonstrieren, dass niemand davon abgehalten werden kann, seine freie Meinung „online wie offline“ uneingeschränkt zu äußern und nicht durch Repressalien bedrängt werden kann, so die Kampagne. In China, Vietnam, Tunesien, Iran, Saudi Arabien und Syrien würden zu den Staaten zählen, die den Zugang zum Internet zensieren und Einwohner verfolgen und inhaftieren, weil sie online ihre Kritik zu den Verhältnissen geäußert hätten. „Internet-Repression geht nicht nur von Regierungen aus“, erklärt Amnesty International weiter: „IT-Unternehmen haben Systeme mit aufgebaut, die den Einsatz von Überwachung und Zensur ermöglichen. So hat Yahoo! die privaten Daten von E-Mail-Nutzern den chinesischen Behörden übermittelt und damit dazu beigetragen, dass in Fällen unrechtmäßige Verhaftungen statt fanden. Microsoft und Google sind beide den Forderungen der Regierung nachgekommen, aktiv chinesische Nutzer von ihren angebotenen Services einzuschränken.

Amnesty International ruft die Bürger nun auf, selber die Zensur solcher Staaten zu unterwandern. Einmal durch eine Unterschrift bei ihrer „Internet Freiheit“-Kampagne. Wer aktiv zur Meinungsfreiheit beitragen möchte, kann in anderen Ländern zensierte Webinhalte auf seinen eigenen Seite zugänglich machen. Im Falle der chinesischen Zensur bitte Amnesty International um E-Mail-Beschwerden an die chinesische Regierung, um den Journalisten Shi Tao freizulassen. Der wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine E-Mail an eine Pro-Demokratie-Organisation geschickt haben soll. Weitere Infos dazu auf der Seite von Irrepressible.info.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Blogs, Campaigning, Digital Rights, Freie Netze, Menschenrechte, Netzpolitik, Zensur und getagged , , , , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

Ein Kommentar

  1. Erstellt am 6. Juni 2006 um 11:32 | Permanent-Link

    Da kann man mal sehen, wie langsam der Gedanken der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Aufkl%C3%A4rung">Aufklärung</a&gt; Verbreitung findet.

    Scheinbar braucht es ein gewisses Maß an Freizeit (materieller Wohlstand) bis die Menschen Zeit für sich selbst und ihre Denke finden.

Ein Trackback

  1. [...] Gegen Online-Repressalien startet Amnesty International UK die Kampagne “Irrepressible.info”. Später wird die Kampagne internationalisiert. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.