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Mittwoch, 8. Februar 2006

EU-Kommission verpasst Chance für wirkliche Interoperabilität beim digitalen Fernsehen

Die EU-Kommission hat sich zum “Interaktiven Digitalfernsehen” geäussert: Die Einführung neuer digitaler Dienste in Europa ist nach Ansicht der Kommission am besten durch freiwillige Standardisierung zu erreichen.

Für die Einführung des interaktiven Digitalfernsehens in Europa sind keine von Regulierungsstellen erlassenen verbindlichen technischen Normen erforderlich. Diesem dynamischen Markt dienen am besten freiwillige Standardisierungsinitiativen der Industrie, erklärt die Europäische Kommission in ihrer heute veröffentlichten Mitteilung über die Interoperabilität des interaktiven digitalen Fernsehens. Die Kommission will mit den Mitgliedstaaten daran arbeiten, einen reibungslosen und zügigen Übergang zum Digitalfernsehen sicherzustellen. Deshalb sollten die Mitgliedstaaten weiter offene interoperable Standards fördern, während die Kommission ergänzend dazu die europäischen Standards für digitales Fernsehen in anderen Regionen der Welt unterstützt.

Wer sowas schreibt, hat vermutlich nicht besonders viel von Interoperabilität verstanden. Dabei soll diese gerade durch die Initiative gefördert werden. Ich kann nicht verstehen, dass gerade bei einem sensiblen und wichtigen Zukunftsthema wie dem digitalen Fernsehen mal wieder die Industrie eine Selbstregulierung machen darf. Dies wird vermutlich dazu führen, dass sich die Industrie aus Gründen der Interoperabilität auf die Microsoft Formate konzentrieren wird, weil die ja eh fast überall auf den Microsoft-Betirbssystemen abspielbar sind. Hier verpasst die EU mal wieder grandios die Chance, für Offene Standards einzutreten und diese auch zu fördern.

P.S. Abgesehen davon war ich gerade etwas amüsiert und irritiert, wie professionell und zeitgemäss sich die “Audiovisuelle-und Medienpolitik” der EU-Kommission auf einer EU-Webseite präsentiert.

3 Kommentare

  1. liquidat am 08.02.2006 um 16:00 (Antworten)

    Gibt es eine Adresse, an die man sich wenden kann, um seiner Enttäuschung und seinen Zweifeln Ausdruck zu verleihen? Allgemein würde ich es gerne häufiger sehen, wenn ihr zu solchen Meldungen auch Kontakte zu den entsprechenden Verantwortlichen verlinken könntet.

    Der Vorteil wäre darin zu finden, dass Leute, die sich wirklich auch persönlich dafür einsetzen wollen, dies recht einfach tun können, und keine Zeit damit verschwenden müssen, erst Adressen raus zu suchen.

  2. markus am 08.02.2006 um 16:09 (Antworten)

    Gute Idee. Ein Klick auf den Link bringt wenigstens eine Mailadresse zu Tage: “avpolicy@cec.eu.int”. Ansonsten kann man von der zuständigen EU-Kommissarin Viviane Redding die Kontaktseite nach einigem Rumgeklicke finden: http://europa.eu.int/comm/commission_barroso/reding/contact/index_en.htm.

  3. liquidat am 09.02.2006 um 12:11 (Antworten)

    Danke für die Infos :)

    Roland

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