AOL und die Nazi-Suchanfragen

Wie Suchmaschinen mit dem unliebsamen Suchergebnissen umgehen, kann man bei der Frankfurter Rundschau lesen: Aufklärung statt Nazi-Hetze.

Wer auf der Seite des Internetanbieters AOL den Begriff “Synagoge” eingibt, erhält als ersten Treffer einen “von AOL empfohlenen” Link zum Jüdischen Museum in Berlin. Für mehr als hundert Begriffe ist die Suchfunktion so verändert, dass zunächst der Hinweis auf das Museum erscheint. “Wir wollen mit unserem Museum aufklären und die Menschen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet anleiten”, sagt der Marketing-Leiter des Museums, Klaus Siebenhaar.

Mit seiner Kooperation setzt AOL offensiv um, was andere Suchmaschinenbetreiber bereits praktizieren. Wer bei Google, dessen Suchmaschine AOL nutzt und lediglich erweitert hat, Yahoo oder anderen nach Begriffen wie “Hitler” oder “Nazi” sucht, stößt nicht auf Seiten mit brauner Propaganda, sondern etwa auf die des Deutschen Historischen Museums. AOL geht einen Schritt weiter, da der Link zum Jüdischen Museum an erster Stelle und mit Logo erscheint.

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6 Kommentare

  1. Erstellt am 29. September 2006 um 21:31 | Permanent-Link

    Gute Idee – Fragt sich nur, bei welchen Suchbegriffen die Suchmaschinen noch ihren eigenen Algorythmus verfälschen…

  2. Erstellt am 30. September 2006 um 09:39 | Permanent-Link

    klasse Sache!

  3. kobalt
    Erstellt am 30. September 2006 um 10:24 | Permanent-Link

    die manipulation von suchergebnissen ist grundsätzlich abzulehnen. man stelle sich nur dem umgekehrten fall vor, jemand sucht nach Anne Frank und der suchmaschinenanbieter manipuliert die ergebnisse so, daß zu allererst ein link auf die seite eines holocaustleugners erscheint.

  4. Arne
    Erstellt am 30. September 2006 um 16:53 | Permanent-Link

    Tja, und bei ‘Datenschutz’ kommt dann eine Seite zum ‘Kampf gegen den Terror’ und bei ‘Kryptographie’ gar nichts mehr.

  5. eisenwarenhandel
    Erstellt am 30. September 2006 um 18:27 | Permanent-Link

    was ich nicht (unmittelbar) sehen kann ist also nicht mehr da.
    .
    .
    .
    wenn man den ansatz weiter verfolgt kann man die suchmaschine gleich soweit optimieren, dass sie jede anfrage auf die zahl 42 lenkt.

  6. Erstellt am 2. Oktober 2006 um 10:29 | Permanent-Link

    Ich denke auch, daß diese Art von verfälschung sehr schlecht ist. Mal abgesehen davon, daß hier die Glaubwürdigkeit der Suchmaschinen noch weiter leidet, fühl ich mich als klar denkender Bürger oder User in der Entscheidung, mir anzuschauen was ich will beschnitten. Nur weil ich im ersten Link wohlmöglich Nazi-Propaganda finde und sie mir vllt auch einmal anschaue, werd ich nich gleich zum Nazi. Ebenso werd ich ja nicht zum Massenmörder wenn ich nen Killerspiel spiele (Aber das ist ne andere Diskussion). Und wenn ich die Seite der Bündnis 90 / Die Grünen finde zieh ich ja auch nicht gleich auf einen Bauernhof.

    Ich bin komplett der Auffassung, daß gegen braune Propaganda was getan werden muss. Aber dden Fakt, daß es sowas gibt, aus den Suchmaschinen und Köpfen zu radieren ist wohl der falsche Ansatz.

    Und richtig. Wie weit wird die Steuerung der Suchergebnisse noch gehen? Bzw. wie weit gehts wirklich schon?

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