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Montag, 14. April 2008

Chinesen stürmen tagesschau.de

Wir brauchen wohl auch mal ein Umfrage-Plugin zur Generierung neuer Zielgruppen und Clicks: Chinesische Webseiten rufen zur Manipulation auf.

Im Kampf um die Meinungshoheit hat China auch deutsche Medien entdeckt. Mehr als 7600 Webseiten aus der Volksrepublik riefen dazu auf, bei einer tagesschau.de-Umfrage zum olympischen Fackellauf abzustimmen. Viele Chinesen versuchten das, obwohl die Umfrage längst geschlossen ist.[...]
Dass die Umfrage bereits beendet ist und man nicht mehr abstimmen kann, wurde nicht übersetzt. Nach wie vor versuchen anscheinend viele Chinesen, das Ergebnis der Umfrage zu beeinflussen. Die Redaktion von tagesschau.de wundert sich bereits seit Tagen über die außergewöhnlich hohen Klickzahlen der Umfrage, obwohl diese bereits längst geschlossen wurde. Zeitweise wurde die archivierte Seite viermal häufiger aufgerufen als die Startseite von tagesschau.de.

Mal schauen, wann Sueddeutsche.de und andere Portale ähnliche Umfragen starten.

[Danke an Torsten]

5 Kommentare

  1. [...] (via Netzpolitik) [...]

  2. [...] bereits am 14.04 der Blog netzpolitik.org von der Beteiligung chinesischer Bürger an der Abstimmung zum Fackellauf bei tagesschau.de [...]

  3. Binar am 14.04.2008 um 23:59 (Antworten)

    Halte ich für keine große Sache. Ich lese ständig auf politischen Listen Aufrufe zur Teilnahme an solchen Umfragen, warum sollte es solche Aufrufe nicht auch in der chinesischen Websphäre geben?

  4. Ingmar Redel am 16.04.2008 um 23:10 (Antworten)

    Im Gegensatz zu Binar finde ich das schon einen sehr wichtigen Punkt zum Thema Online Petitionen und Online Umfragen, den man auf jeden Fall kritisch im Auge behalten muss.

  5. Torsten am 17.04.2008 um 15:02 (Antworten)

    Heute gibt es ein interessantes Update - die Tagesschau hat sich an ihre Korrespondenten erinnert.

    tagesschau.de: Auf tausenden chinesischer Webseiten wurde kürzlich dazu aufgerufen, eine tagesschau.de-Umfrage zum Fackellauf zu manipulieren. Das funktionierte – und zwar hunderttausendfach. Laut dem chinesischen Botschafter war das keine gelenkte Kampagne der Regierung, sondern ein spontaner Protest. Ist das denkbar?

    Graebert: Eine solche Aktion muss nicht unbedingt direkt von der Regierung gelenkt sein. Es gibt in China und auch unter den Auslandschinesen hoch organisierte nationalistische Vereinigungen. Diese Leute treten auf ihren Websites solche Kampagnen los. Die Regierung duldet das wohlwollend, und sie fördert das auch. Dass die Regierung so etwas befiehlt, wäre aber wohl zuviel gesagt.

    http://www.tagesschau.de/ausland/china130.html

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